Wort im Fokus: «Mugge»

Mugge? Klar, das ist eine Mücke. Einzahl und Mehrzahl tönen gleich, es spielt also grammatikalisch (für die Gestochenen aber schon!) keine Rolle, ob uns am Sommerabend im Freien eine oder mehrere Mücken stechen: E Mugge. Hie hets Mugge.

E Mugge.

In der Mehrzahl können «Mugge» auch eine ganz andere Bedeutung haben: Jemand oder etwas«het so syni Mugge», hat seine Ecken und Kanten, ist nicht ganz einfach, plagt andere mit Launen.
«Mugge» kann aber auch als Tätigkeit auftreten: Itz het mer doch grad öpper ds Portmonee gmugget!
Mit dieser Bedeutung stammt das Wort vermutlich aus der Musikwelt. Mugge wären dann einzelne Musikauftritte, zum Beispiel im Rahmenprogramm einer Feier. «Wikipedia» schreibt den Ausdruck mehr der klassischen Musik zu, während in den Bereichen JazzRock- und Popmusik eher der aus dem Englischen entlehnte und international verbreitete Begriff «Gig» verwendet werde.
Also ein musikalisches (Gelegenheits)-Geschäft? Hier hören wir den Zusammenhang mit Geld heraus. Möglicherweise ist das Wort tatsächlich durch allerhand geschäftstüchtige Leute in der Bedeutung etwas frisiert und in unsere Mundart importiert worden. Im Sprachgebrauch werden einem keine grossen Wertgegenstände «gmugget», sondern kleine, die mit einer raschen Bewegung entwendet werden können.
Das wiederum machen auch die Mücken, die uns rasch einen kleinen Tropfen Blut wegsaugen. Und Musik – ja, machen sie auch. Mit einiger Fantasie und wenig genauem Wissen lässt sich also durchaus eine kleine Wortbrücke von der Stechmücke zum Gelegenheitsklau bauen!

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